Warum Fujifilm?

2023 - Meine Entdeckungsreise in ein für mich neues Kamerasystem.

Nein, es wird hier kein Technik-Review geben. Davon existieren im Netz mehr als genug, oft bis ins letzte Detail seziert, verglichen und bewertet. Es geht nicht um Datenblätter, Messwerte oder die „beste“ Kamera auf dem Markt, die eierlegende Wollmilchsau, sondern um meine persönliche Annäherung an das Fujifilm-System. Der Titel könnte auch lauten: „Wie ich durch Zufall zum Fujifilm-System fand“ – oder so ähnlich.

Seit circa 2003 fotografiere ich neben der analogen Fotografie auch digital. Mein bevorzugtes Kamerasystem war in all den Jahren stets Canon.

Warum also jetzt Fujifilm?

Zwar habe ich im Laufe der Zeit auch mit Kameras anderer Marken gearbeitet, unter anderem zeitweise mit Sony, bin am Ende jedoch immer wieder zu meinem Ursprungssystem zurückgekehrt: Canon.

Als Natur- und Outdoorfreund wurde mir bei meinen zum Teil ausgedehnten Wanderungen meine bisherige Kameraausrüstung schlichtweg zu schwer. Beim Wandern stehen für mich in erster Linie das Unterwegssein und das Erleben der Natur im Vordergrund. Ich bin selten gezielt auf der Suche nach einem bestimmten Fotospot, um „das perfekte“ Landschaftsbild zu machen.

Das kommt natürlich auch vor. Welcher Fotograf fotografiert nicht gerne eine interessante Landschaft?

Natürlich reicht für ein paar Schnappschüsse auch ein Smartphone. Diese machen heutzutage sehr brauchbare Fotos, aber in meiner Brust schlagen nun einmal mindestens zwei Herzen. Der Fotograf in mir möchte, wenn sich unterwegs doch ein besonderer Moment oder ein reizvolles Motiv ergibt, eine brauchbare Kamera dabeihaben. Am besten inklusive eines passenden Objektivs. Nur sollte dieses Setup eben nicht zu groß und nicht zu schwer sein und möglichst unkompliziert funktionieren.

Es folgte eine fast schon mehrstündige nächtliche Internet-Session in diversen Online-Shops. Wechselobjektiv oder nicht? Welcher Hersteller? Welches Modell? Und wie viel sollte das Ganze kosten? Schließlich ist es „nur“ fürs Wandern.

Interessanterweise hatte ich Canon relativ schnell aus meinen Überlegungen gestrichen. Stattdessen tauchte Fujifilm immer wieder auf. Gleichzeitig erinnerte ich mich an ein Video, das ich einige Zeit zuvor über dieses Kamerasystem gesehen hatte und das mir positiv im Gedächtnis geblieben war.

Um es kurz zu machen: Meine erste Fujifilm-Kamera wurde die X-T20 – zusammen mit dem 23-mm-F2-WR-Objektiv. Das Modell war zu diesem Zeitpunkt bereits ein paar Jahre auf dem Markt und mit der X-T30 existierte schon ein Nachfolger. Dennoch entschied ich mich bewusst für das ältere Modell. Kamera und Objektiv waren preislich moderat, also landeten beide kurzerhand im Warenkorb.

Ein schon fast spontaner Kauf. Und ehrlich gesagt hatte ich von dem System, bis auf ein Video, keine Ahnung. Also eine Überraschungsbox, auf die ich mich eingelassen habe.

Ein paar Tage später kam das Paket mit der X-T20 an. Ich war gespannt, wie kompakt sie in der Realität wirklich ist und vor allem, wie sie sich in meiner Hand anfühlt.

Ein Winzling, aber irgendwie auch Liebe auf den ersten Blick

Fujifilm X-T20 mir dem FUJINON XF 35 mm f2 R WR

Zugegeben, sie war kleiner, als ich erwartet hatte. Trotz ihrer geringen Größe lag sie angenehm in meiner Hand. Auch optisch gefiel sie mir auf Anhieb. Also Objektiv drauf und die ersten Testaufnahmen machen. Dachte ich zumindest.

Ab ins Kameramenü, an den Einstellungen geschraubt und zwischendurch immer wieder das Handbuch gecheckt. Die Aufnahmen wurden besser, aber die Ergebnisse waren noch nicht nach meinem Geschmack. Ein wenig Frust machte sich breit. War es wirklich die richtige Entscheidung gewesen, mir diese Kamera zu kaufen?

Ruhe bewahren. Noch einmal von vorn.

Ein paar Stunden später und nach intensiver Beschäftigung damit, wie das Fujifilm-System funktioniert, begann ich langsam zu verstehen, welches Konzept hinter dieser Kamera steckt. Der Einstellungsfrust verflog und die Aufnahmen wurden immer besser.

Ab diesem Zeitpunkt wurde die X-T20 zu meinem täglichen Begleiter. Mit Betonung auf täglich. Ich ergänzte sie um zwei weitere Objektive und war damit fürs Erste rundum zufrieden. Ob beim Wandern, auf Städtetrips oder später sogar bei dem einen oder anderen Portraitshooting, sie kam immer häufiger zum Einsatz.

Mit der Zeit gewöhnte ich mich so sehr an ihr geringes Gewicht und ihr unaufdringliches Erscheinungsbild, dass ich mir zunehmend vorstellen konnte, das Fujifilm-System auch für meine professionelle Arbeit zu nutzen.

Natürlich war mir damals schon bewusst, dass die X-T20 keine Kamera für den dauerhaften professionellen Einsatz ist. Trotzdem habe ich mit ihr unter anderem eine Reportage für ein großes Unternehmen in Zwickau fotografiert. Nicht den ganzen Job, aber circa 50 Prozent der Aufnahmen gingen an die kleine Fujifilm.

Ein Jahr und viele Fotos später

Aus dem schlichten Wunsch, mir eine kleine Kamera zum Wandern zu kaufen, wurde die Entdeckung eines für mich passenden neuen Kamerasystems, das mich optisch, technisch und auch emotional angesprochen hat wie schon lange keines mehr.

Ein Upgrade ließ nicht lange auf sich warten. Fast auf den Monat genau kaufte ich mir ein Jahr später die zu diesem Zeitpunkt noch fast aktuelle Fujifilm X-T5. Für mich ein Traum.

Fujifilm X-T5 mit dem Voigtländer Color-Skopar 18mm f2,8

und dem passenden Handgriff von SmallRig.

Fujifilms APS-C-Profikamera hat mich auf ganzer Linie überzeugt. Ich mag diese Kamera wirklich sehr. Sie liegt einfach verdammt gut in meinen Händen und macht mir jedes Mal aufs Neue Freude beim Fotografieren. Später habe ich sie noch mit einem passenden Handgriff von SmallRig ergänzt. Auch wenn ich die Kamera problemlos ohne Handgriff halten kann, finde ich die Griffigkeit damit besonders bei größeren Objektiven noch einmal um einiges besser.

Mittlerweile fotografiere ich seit über drei Jahren mit Fujifilm-Kameras und inzwischen entstehen gut 90 Prozent meiner Aufnahmen damit. Ob für freie Projekte, geschäftliche Arbeiten oder private Bilder: Ich habe aktuell nicht das Gefühl, daran etwas ändern zu wollen. Eher noch einen draufzulegen.

Sollte es stimmen, was derzeit in Fuji-Kreisen gemunkelt wird, könnten mit der X-T6 und einem möglichen Nachfolger der fast schon legendären X-Pro3 in den nächsten Monaten und Jahren zwei spannende Kameras folgen.

Ich selbst hätte jedenfalls nichts gegen ein zusätzliches Gerät aus dem Hause Fujifilm. Besonders eine mögliche X-Pro4 würde mich sehr interessieren.

Fujifilm wird mich also wohl noch eine ganze Weile begleiten.

Die beiden Fotos wurden mit der Fujifilm X-T20 aufgenommen: links mit dem FUJINON XF 23mm F2 R WR, rechts mit dem 7Artisans 35mm F0.95.

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